Interviews

Klaus Doppler
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Herr Doppler, Ihre Parabel Der kleine Kämpfer und sein Weg ins Glück bringt bereits im Titel zwei Begriffe zusammen, die man nicht unbedingt in einer Verbindung sehen würde: Muss man bzw. kann man sich Glück erkämpfen?

Nehmen wir die jetzige Situation als Beispiel: Man kann über die Krise jammern und klagen, was alles schlechter ge - worden ist, andere dafür verantwortlich machen – und damit viel Energie vergeu - den. Oder ich nehme die Situation so wie sie ist, übernehme für mich selbst die Verantwortung und verwende meine Energie darin, mich in dieser Situation zurechtzufinden und erfolgreich zu behaupten. Glück ist nicht etwas, was mir zufällt, sondern das Ergebnis meines Handelns.
 

Wenn Sie die wichtigsten Erkenntnisse des „kleinen Kämpfers“ auf seinem Weg zum Glück zusammenfassen – welche sind das?

Das Leben ist ein permanenter Prozess von Entwicklungen und Veränderungen. Als Kind haben wir Leitbilder – gute oder weniger gute, nach denen wir uns ausrichten. Als Kind sind wir emotional und körperlich von solchen Leitfiguren abhängig. Als Jugendliche suchen wir zunehmend Leitbilder/Idole außerhalb der Familie. Irgendwann ist die Zeit gekommen, uns einen eigenen Kompass zu bilden und selbst die Verantwortung auf uns zu nehmen. Das Leitmotto, mit dem ich den kleinen Kämpfer ausgestattet habe, heißt: „Was du nicht tust, wird nicht geschehen.“ Das heißt, warte nicht auf andere, die die Führung und damit auch die Verantwortung übernehmen sollen, sondern entscheide selbst. Führen ist immer auch eine Form der Entmündigung und der Instrumentalisierung.
 

„Definiere dein eigenes Wertesystem“ – so lautet eines Ihrer Credos. Wie kann man das ganz konkret machen? Und was bringt es?

Sich in einer ruhigen Stunde mal klarmachen: Was sind eigentlich die Leitwerte, von denen ich innerlich wirklich überzeugt bin, zum Beispiel im Umgang mit anderen Menschen oder im Hinblick darauf, was ich in meinem Leben eigentlich bewirken will – und wie stark ich bereit bin, mich dafür auch einzusetzen. Das ist mein innerer Kompass – und solange ich keinen eigenen Kompass besitze, mache ich mich von anderen abhängig.
 

Welche Werte halten Sie für das persönliche Glück für wichtig und weshalb?

Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit – „ich sage, was ich denke – und ich tue, was ich sage“ –, Natürlichkeit. Diese drei Werte erleichtern den Umgang mit anderen ungemein.
 

CoverMan soll seinen eigenen Weg suchen und dann auch konsequent gehen, ist eine weitere Ihrer Empfehlungen. Dazu gehört auch, dass man mal widerspricht. Doch wer heute im Arbeitsleben seine Meinung sagt, gerät nicht selten in die Gefahr, abserviert zu werden. Oder wie sehen Sie das?

Gerade in Zeiten der Krise ist nicht Duckmäusertum, sondern Mut gefragt – und wer Mut mit einem gewissen Fingerspitzengefühl verbindet und nicht nur Probleme aufzeigt, sondern auch Lösungen vorschlägt, hat meiner Beobachtung nach ganz gute Chancen, gehört und ernst genommen zu werden.
 

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview: Jörg Steinleitner


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